Vermittlungsbüro für Seniorenbetreuung                    

Pflege ABC

Anstatt drei Pflegestufen ab 2017 fünf Pflegegrade – durch neues Prüfverfahren
                    

Durch das neue Prüfverfahren  werden Gutachter des  (MDK) oder anderer Prüforganisationen ab 2017 alle neuen Antragsteller auf Pflegeleistungen persönlich anhand eines Fragenkatalogs auf den Grad ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit hin überprüfen. Entsprechend des Gutachtens entscheidet dann die zuständige Pflegekasse, ob sie ihrem Versicherten einen Pflegegrad zubilligt oder seinen Antrag ablehnt.

Was sind Pflegegrade?

Durch die Pflegereform 2016/2017 werden die gesetzlich festgelegten Pflegestufen 1, 2 und 3 in die neuen Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5  geändert. Diese  Änderung ist in § 140 Sozialgesetzbuch Elf (SGB XI) verankert.
                    

Ab 2017 werden Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz wie Demenzkranke, längerfristig psychisch Erkrankte oder geistig Behinderte nach ihrer vorhandenen Selbstständigkeit in fünf Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 eingestuft und enthalten dadurch entsprechende Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die drei Pflegestufen sowie die Anerkennung von eingeschränkter Alltagskompetenz z. B. von Demenzkranken („Pflegestufe 0“) werden somit durch die Pflegegrade ersetzt.
Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit 
Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit 
Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit 
Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit 
Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung


Warum ab 2017 Pflegegrade statt Pflegestufen?
                    

Lange Zeit wurden durch die deutsche Pflegeversicherung  viele Menschen hauptsächlich mit Demenz benachteiligt, die körperlich meist noch gesund sind, aber dennoch Betreuung, Unterstützung und Zuwendung brauchen. Sie erhielten weniger oder vor 2012 so gut wie keine Leistungen von ihren Pflegekassen.
                    

Der Grund: In erster Linie erfuhren körperlich erkrankte Versicherte jeden Alters Unterstützung von der Pflegeversicherung. Denn nur bei körperlichen Erkrankungen und dementsprechend notwendigen Pflegehilfen bei Körperpflege, Ernährung und Bewegung durften die Pflegekassen bislang die Pflegestufen 1, 2 oder 3 und die damit verbundenen Pflegeleistungen genehmigen.                    Schrittweise hat der Gesetzgeber seit 2012 daher immer mehr Pflegeleistungen für Demenzkranke und andere Menschen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz wie psychisch Kranke oder geistig Behinderte eingeführt.
                    

Das Pflegestärkungsgesetz II bringt ab 2017 endlich eine Gleichstellung von demenzkranken und körperlich erkrankten Pflegebedürftigen: Somit werden Demenzkranke und körperlich Pflegebedürftige, die den gleichen Pflegegrad erhalten und dadurch ähnlich selbstständig oder unselbstständig eingeschätzt werden, Anspruch auf die gleichen Leistungen ihrer Pflegekassen haben.

Wie erhalten Pflegebedürftige einen Pflegegrad?

Menschen, die zum ersten Mal 2017 einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der Pflegekasse stellen:

Wer zum erstenmal 2017 einen Antrag auf Pflegeleistungen bei seiner Pflegekasse stellt, wird nach dem neuen Prüfverfahren NBA („Neues Begutachtungsassessment“) persönlich begutachtet. Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) und anderer Dienste ermitteln dabei, bei gesetzlich Versicherten oder die Medicproof GmbH bei privat Versicherten den Grad ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit und empfehlen  einen Pflegegrad, in diesen der Versicherte dann eingestuft werden soll. Letztendlich entscheidet die Pflegekasse des Antragstellers über die Genehmigung eines Pflegegrades und der damit verbundenen Pflegeleistungen.
                    

Menschen, die seid 2016 bereits eine anerkannte Pflegestufe haben:
                    

Wer schon im Jahr 2016 bereits eine anerkannte körperliche Pflegebedürftigkeit hat (Stufe 1, 2 oder 3) oder wer eine anerkannte eingeschränkte Alltagskompetenz (sog. „Pflegestufe 0“) hat, wird 2017 nicht neu begutachtet.
                    

In der folgenden Tabelle werden anerkannte Pflegestufen dann automatisch in die neuen Pflegegrade umgewandelt.

Hauptleistungsbeträge in Euro:



* als Geldbetrag, der für die Erstattung der Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu Verfügung steht.


Pflegegrad

PG 1

PG 2

PG 3

PG 4

PG 5

Geldleistung ambulant

125*

316

545

728

901

Sachleistung ambulant


689

1298

1612

1995

Leistungsbetrag stationär

125

770

1262

1775

2005